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Die Region Geisingen ist die einzige Gemeinde im Landkreis Tuttlingen, die im Sommer seit einigen Jahren wieder Störche hat, die sich hier mit wechselndem Erfolg auch vermehren. Die Jungstörche in Horsten in Gutmadingen und in Geisingen wurden am Dienstagabend beringt.
Friedrich Widmann aus Neudingen wurde mit Hilfe der Drehleiter der Trossinger Feuerwehr in luftige Höhe befördert, um die vier Jungstörche in den beiden Storchennestern zu beringen. Drei Jungtiere in Geisingen und einer in Gutmadingen wurden amtlich beringt, im Vorjahr waren es in Geisingen zwei und in Gutmadingen ebenfalls nur einer. In Gutmadingen schlüpften zwei, einer lag tot am Boden.
Friedrich Wiedmann betreut schon seit vielen Jahren die Störche der Baar und weiß inzwischen durch die Beringung auch, woher die Elterntiere stammen. Beide Männchen, die seit Jahren in den beiden Gemeinden leben, waren auch in diesem Jahr sehr früh da, es hatte noch Schnee, und bald folgten die Weibchen. Vor drei Jahren kam kein Jungtier aufgrund des schlechten Wetters durch. Woran in diesem Jahre die Jungtiere verstorben sind, ist nicht klar, in Gutmadingen fiel einer aus dem Nest oder wurde herausgeworfen. Karl Cech, Vizekommandant der Freiwilligen Feuerwehr Geisingen und Bauhof-Chef, war bei der Aktion in Begleitung einiger Jungfeuerwehrmänner dabei. Zuerst ging es an das Gutmadinger Nest, dann nach Geisingen. In beiden Nestern wurden die Jungtiere, wie es üblich ist, von einem Altvogel geschützt. Als die Drehleiter ausgefahren wurde und immer näher mit zwei Mann Besatzung in Richtung Storchennest kam, wurde es dem Alttier dann doch etwas zu bunt und er flog davon. Nicht weit, er hatte die Aktion noch im Blickfeld, die Jungstörche stellen sich bei solcher Gefahr erst einmal tot. Kurz und schmerzlos geht die Aktion, zweimal klick und die beiden Hälften der Ringe sind fest miteinander verbunden.
Der Gutmadinger Storch erhielt die Kennung DER (Deutschland-Europa-Radolfzell) und die Ziffer A 8670, die Geisinger die Nr. A 8671, 8672 und 8673, unter dieser Nummer sind die Jungstörche nunmehr registriert. Vielleicht sieht man sich in den nächsten Jahren auf der Baar wieder, die Storchenwarte sind mit ihren großen Fernrohren immer unterwegs, wenn im Frühjahr die Störche zurückkehren. Die große Ansammlung von Störchen im Donauried ist nach Aussage von Wiedmann ein Schwarm Jungtiere, Störche brüten ja erst im dritten Jahr, selten schon im zweiten. Der Weisstorch galt in den 1980-er Jahren in Süddeutschland aus nahezu ausgestorben, inzwischen hat sich der Bestand erholt, neben den früheren Storchennestern in Geisingen, Gutmadingen, Neudingen und Pfohren sind in diesem Jahr nun auch Störche in Aasen und Allmendshofen. „Zehn Horste mit Jungen“, so der Storchenexperte, „sind in diesem Jahr zu verzeichnen.“
Text und Bilder: Südkurier
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